G .M. Ford: Die Geisel

Umschlagtext
buch Pfeil Eine blutige Geiselnahme in der Wüste von Arizona - und alle sechs Stunden muss ein Opfer sterben.
Im größten Hochsicherheitsgefängnis von Arizona kommt es zu einem Häftlingsaufstand. Dabei gelingt es Timothy Driver, einem verurteilten Mörder, der eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßt, über hundert Geiseln in seine Gewalt zu bringen. Er droht damit, alle sechs Stunden einen der Gefangenen zu töten, bis er bekommt, was er will: Frank Corso. Der willigt ein, mit Driver zu verhandeln, um zu verhindern, dass Unschuldige sterben müssen. Doch Corso ahnt nicht, dass er Teil eines perfiden Plans ist und selbst schon bald in Lebensgefahr gerät.
"Einer der besten Thrillerautoren der Welt!"
Booklist
"Ein Sommer ohne G. M. Fords Held Frank Corso ist einfach nicht vollkommen."
The Washington Post

Das Meza-Azul-Gefängnis in Arizona ist ein hochmodernes Wunder, uneinnehmbar und absolut sicher. Hier sind die gefährlichsten Verbrecher des Landes inhaftiert. Einer von ihnen ist Timothy Driver, ein ehemaliger Navy Kommandant, der wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.
Eines Tages geschieht, womit niemand gerechnet hat: Es gelingt Driver, einen Aufstand anzuzetteln und 163 Sicherheitsbeamte als Geiseln zu nehmen. Er droht damit, alle sechs Stunden eine der Geiseln zu ermorden, falls man seiner Forderung nicht nachkommt: Der Journalist Frank Corso soll in das Gefängnis kommen, damit Timothy Driver ihm seine wahre Geschichte erzählen kann.
Corso, der nicht für den Tod Unschuldiger verantwortlich sein möchte, willigt ein und begibt sich in die Gewalt des unberechenbaren Mörders. Doch Driver will mehr als nur Corsos Aufmerksamkeit. Er hat sich mit dem kaltblütigen Mörder "Cutter" Kehoe verbündet und sich einen teuflischen Plan ausgedacht. Frank Corso bleibt nicht mehr viel Zeit, um sein Leben und das der Geiseln zu retten.

"G. M. Ford" hat bereits sechs Romane mit der Figur des Privatdetektivs Leo Waterman veröffentlicht, bevor er mit "Erbarmungslos" den ersten Roman einer neuen Thrillerserie vorlegte, in deren Mittelpunkt der Journalist und Einzelgänger Frank Corso steht. Mittlerweile liegt mit "Die Geisel" bereits der fünfte Roman dieser gefeierten Reihe vor, weitere sind in Vorbereitung. "G. M. Ford" unterrichtete Creative Writing in Washington; heute lebt er als freier Schriftsteller in Seattle.

Leseprobe
 Pfeil Die Tür zur Herrentoilette war aufgestoßen worden und gegen die Wand geknallt. Ein zweiter Officer der Nevada State Police war in einen heftigen Ringkampf mit einem jungen Mann in Bluejeans und schwarzem T-Shirt verwickelt. Am Handgelenk durch ein Paar Handschellen miteinander verbunden, drehten und schleuderten sie umeinander herum und fuchtelten mit den Armen, weil jeder versuchte, die Oberhand zu gewinnen.
Der Mann mit dem Kastenhaarschnitt sprang aus dem Wagen. Als er auf das Handgemenge zu rannte und dabei an seinem Holster herumfummelte, gingen die beiden Ringkämpfer mit einem dumpfen Aufprall zu Boden. Der Polizist landete oben, doch der andere war schneller; er schlang ein Bein um den Cop und riss ihn herum. Das Stöhnen und Fluchen wurde lauter, als beide mit der jeweils freien Hand versuchten, dem anderen einen entscheidenden Schlag zu versetzen.
Ab da war Timing alles, wie man so sagt. Der zweite Cop erreichte die beiden Kämpfer just in dem Moment, als Kehoe aus der Tür des Toilettenhäuschens trat. Aus gut zehn Meter Entfernung sah Driver es kommen. Er wollte etwas rufen. Wollte Kehoe anweisen, einfach weiterzugehen. Doch es ging alles zu schnell. Viel zu schnell. Konfrontiert mit zwei Cops und einem Kampf auf Leben und Tod, ließ Kehoe sich von seinem Instinkt leiten. Er zog seine Waffe.
Driver sah, wie Kehoe schneller zog als der Cop, eine ganze Salve auf ihn abfeuerte, ihn direkt in die Brust traf, die Luft aus seiner Lunge presste und ihn rückwärts taumeln ließ, als sei er mit einem Holzhammer getroffen worden. Noch während er nach Luft rang und sich mit beiden Händen den Brustkorb hielt, taumelte der Cop auf den Streifenwagen zu.
Sobald Kehoe begriffen hatte, dass der Cop eine kugelsichere Weste trug und in absehbarer Zeit nicht sterben würde, schickte er dem fliehenden Gesetzeshüter noch ein paar Salven hinterher und rannte dann auf den Mercedes zu. Driver griff unter die Handtücher und kam mit der zwölfkalibrigen Mossberg wieder hervor. Dann nahm er sich eine Handvoll Patronen und überwand mit einem Dutzend schneller Schritte den Abstand zwischen dem Mercedes und dem Streifenwagen. Er erreichte ihn genau in dem Moment, als der keuchende Polizist sich auf den Fahrersitz warf und nach dem Funkgerät griff.
In dem Augenblick, bevor sein Daumen den Sprechknopf drückte, befahl ein primitiver Instinkt dem Cop, einen raschen Blick nach rechts zu werfen. Es musste ausgesehen haben wie ein Abflussrohr, das riesige, weit aufgerissene Maul der Pumpgun, die auf seine Schläfe gerichtet war - in der Sekunde, bevor das Schießpulver sich ausbreitete und das Heulen und die Stichflamme dem Plastikpfropfen aus dem Lauf heraus folgten. Seine Augen wurden riesengroß. Er griff nach seiner Waffe und rief seinen Herrgott an, als die ungefähr dreißig Schrotkugeln, die in die Patrone gepackt waren, seinen Kopf in Nebel verwandelten und mit Haaren bedeckte Pampe zum Seitenfenster hinausschießen ließen wie eine verbrühte Katze.
 Copyright Leseprobe: Goldmann

 Pfeil Eine recht spannende Geschichte ist "G. M. Ford" mit seinem Thriller "Die Geisel" da gelungen. Hart, blutig, brutal. Nichts für empfindsame Gemüter. Recht gut zu lesen, auch wenn sein Stil manchmal etwas sehr plakativ ist. Ein Buch, das man kaum mehr weglegen kann. Aber zwei Dinge haben mich dann doch etwas gestört. Nicht die ausufernde Brutalität und auch nicht die detaillierte Beschreibung von blutigen Kämpfen, siehe oben, die für etliche Leser vielleicht etwas sehr heftig sein mögen. Es ist - zum Einen - die Figur des Timothy Driver. Sein Schicksal vor dem Ausbruch ist mir nicht recht klar. Der Mann war ein hoch dekorierter Navy Kommandant und ausgebildeter Navy Seal, der sich noch nie etwas hatte zuschulden kommen lassen. Dann überrascht er seine Frau mit einem anderen im Bett, und erschießt in seiner Wut beide. Daraufhin wird er sofort - ohne mildernde Umstände - zu lebenslänglich ohne Bewährung verurteilt. Als er sich dann im Gefängnis gegen eine Vergewaltigung wehrt und dabei dummerweise auch einen Wärter verletzt, kommt er sofort in das Hochsicherheitsgefängnis, und verbringt die nächsten Jahre unter verschärften Haftbedingungen, sprich in einer weiß gekachelten Zelle, in der ständig eine Neonröhre brennt. Selbst nach Abu Greib und Guantanamo kann ich mir nicht vorstellen, dass in Amerika, dem armeeverliebten Land, ein hochdekorierter amerikanischer Navy Kommandant bei einem Mord im Affekt so eine Strafe bekommt. Aber ohne diese Vorgeschichte würde die Geschichte natürlich nicht funktionieren, und wenn Timothy Driver nur ein einfacher Krimineller gewesen wäre, auch nicht. Denn die zweite Voraussetzung für die Story ist, dass der Journalist Frank Corso schon ein Buch über Timothy Driver und seine überzogene Strafe geschrieben hat. Corso und Driver kennen sich also bereits recht gut und mögen sich auch in gewisser Weise, weil Corso klar ist, dass der hochintelligente Driver diese Behandlung eigentlich nicht verdient hat.
Und die zweite Sache, die mir nicht klar ist: Wie Driver, der nach Jahren unter diesen grauenvollen Haftbedingungen angeblich - und auch verständlich - übergeschnappt ist, es schafft, das ganze komplett elektronisch abgesicherte Hochsicherheitsgefängnis - das übrigens von einer privaten Firma geleitet wird! - zu überlisten und aus seiner Zelle, die Tag und Nacht mit Kameras beobachtet wird, auszubrechen. Tja, das ist die künstlerische Freiheit, mit der man großzügig über solche Details hinweggehen kann. Natürlich erklärt "G. M. Ford" in seinem Thriller "Die Geisel" so in etwa, wie Driver das schaffte. Aber überzeugend war das für mich nicht.
Fazit: Der Thriller "Die Geisel" von "G. M. Ford" ist ein knallharter Action-Roman mit ein paar kleinen Schwächen, für den man starke Nerven braucht. Sehr spannend und recht gut geschrieben, auch wenn seine Beschreibungen von Landschaften oftmals eindringlicher sind als die seiner Charaktere.
Julia Edenhofer

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